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Nachrichten aus Forschung, Technologie und Entwicklung
Das "Informationsrauschen" im Internet kennen Sie zur Genüge. Ulrich Schmitz, Wissenschaftsjournalist seit 25 Jahren, verantwortlicher Redakteur von BI-Spektrum (BI = Business Intelligence), Mitglied der WPK und Autor in zahlreichen Publikationen bringt für Sie Woche für Woche auf den Punkt, was wichtig ist in Wissenschaft, Forschung, Technologie und Entwicklung - immer mit Blick auf potentielle Märkte. Motto: über den Tellerrand blicken, interdisziplinär denken.
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Klicken Sie hier auf Anforderung. Die aktuellen Themen der Ausgabe 5_2012 (30. Januar):

INFEKTIONEN: Antibiotika-Produktion in Höhlenbakterien

Prof. Christian Hertweck, stellvertretender Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut, Jena, und sein Team haben herausgefunden, dass die Abwesenheit eines als "CerJ" bezeichneten Enzyms zur Produktion eines hochwirksamen Antibiotikums führt ...

MEDIZIN: Blutuntersuchungen vergleichbarer machen

Forscher um Dr. Jörg Neukammer von der Arbeitsgruppe "Durchflusszytometrie und Mikroskopie" der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB, Standort Berlin) haben ein sogenanntes Primärnormal zur Qualitätssicherung hämatologischer Untersuchungen entwickelt ...

KLIMA: Tiefe Temperaturen verstärken Ozonabbau über der Arktis

Ungewöhnlich kalte Temperaturen verursachten im Winter 2010/2011 die bislang massivste Zerstörung der Ozonschicht über der Arktis: Das haben Wissenschaftler des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Alte Bekannte sind am Werk: FCKWs...

BIOLOGIE: Seidenfäden für den Herzmuskel

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, um Felix Engel nutzen jetzt die Seide des Seidenspinners als Gerüst für Herzgewebe. Aus dem Kokon der Tussaseidenraupe geschnittene Scheiben dienen als Gerüstgrundlage für Herzmuskelzellen ...

BIOMATHEMATIK: die Evolution von Arbeitsteilung

Die Grundbedingungen, unter denen Arbeitsteilung in Organismen und Gesellschaften entsteht, haben die Biomathematiker Claus Rueffler und Joachim Hermisson von der Universität Wien gemeinsam mit Günter P. Wagner von der Yale University entschlüsselt ...

NEUROLOGIE: Grübler oder Macher? Hirnmechanismen entscheiden

Basale Hirnmechanismen von Menschen, die das Ziel stets vor Augen haben, und solchen, die sich leicht durch Überflüssiges ablenken lassen, unterscheiden sich. Das fand ein Team der Arbeitsgruppe Motivation um die Psychologin Dr. Marlies Pinnow an der Ruhruniversität Bochum heraus ...

BILDERKENNUNG: Falschgeld mit dem Handy finden

Prof. Volker Lohweg hat mit seinem Team im Institut Industrial IT (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lemgo, eine neue Methode zur einfachen Erkennung von Falschgeld erarbeitet: eine App fürs Smartphone ...

KLIMA: wenig Arktis-Eis gleich kalte Winter

Auch wenn die aktuelle Wetterlage scheinbar dagegen spricht: Die Wahrscheinlichkeit für kalte, schneereiche Winter in Mitteleuropa steigt, wenn die Arktis im Sommer von wenig Meereis bedeckt ist. Das sagen Wissenschaftler der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung um Ralf Jaiser ...

QUANTENPHYSIK: Tempolimit auf dem Highway

Die Ausbreitung von sogenannten Quantensignalen haben jetzt Physiker aus der Abteilung Quanten-Vielteilchensysteme am Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching, um Prof. Immanuel Bloch in einem festkörperähnlichen System erstmals direkt beobachtet ...

MATERIE: vom Festkörper zum Plasma

Einer internationalen Forschergruppe ist es zum ersten Mal gelungen, mit einem intensiven Röntgenpuls einen Festkörper anzuregen, das heißt ihn vom festen direkt in den plasmaförmigen Aggregatzustand zu befördern; Physiker der Uni Jena waren dabei ...

REINIGUNG: Jetzt kommt die magnetische Seife

Ein Team der Universität Bristol um Professor Julian Eastoe hat durch Lösen von Eisen in einem flüssigen Tensid eine magnetisch steuerbare Seife hergestellt; ihr Einsatzbereich ist vielfältig ...

LASER: magnetische Vorgänge mit Röntgenlaser "live" beobachtet

Ein Team unter der Leitung von Forschern des Schweizer Paul Scherrer Instituts, Villigen, um Steven Johnson hat mit Experimenten am amerikanischen Röntgenlaser LCLS erstmals genau verfolgen können wie sich die magnetische Struktur eines Materials verändert ...

KOMMENTAR: Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz geht online

Mit der Veröffentlichung der "MAK-Collection" im Open Access geht die Deutsche Forschungsge-meinschaft (DFG) einen Schritt zu frei verfügbaren, elektronischen Informationen und stellt ab sofort Daten sowie detaillierte wissenschaftliche Begründungen zu mehr als tausend Arbeitsstoffen für die Nutzenden kostenfrei online zur Verfügung. Die Nachricht dahinter: Nachdem das Internet etwa 1995 ins deutsche Bewusstsein tritt, ist die Online-Veröffentlichung einer nützlichen Liste erst jetzt ein starker Anachronismus.

Hintergrund: Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen For-schungsgemeinschaft liefert seit 1955 die wissenschaftlichen Grundlagen für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Die Daten, die angeben, ob, in welcher Weise und ab welcher Menge ein Arbeitsstoff schädlich ist, finden sich in der sogenannten MAK- und BAT-Werte-Liste der Kommission wieder. Die Liste geht jährlich dem Bundesarbeitsministerium zu und findet direkt Eingang in die Gesetzgebung zum Arbeits-schutz. Damit arbeitet die Kommission im Sinne des Satzungsauftrags der DFG, Parlamente und Behörden wissenschaftlich zu beraten. Die "MAK-Collection" vereint alle seit 1972 publizierten Begründungen zu den maximalen Arbeitsplatz-Konzentrationen (MAK) und den biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwerten (BAT) mit den Methoden zur Analyse in der Luft und in biologischem Material in deutscher und englischer Spra-che. Alle weiteren Publikationen der Senatskommission werden ebenfalls im Open Access, einer offenen Publikationsplattform für wissenschaftliche Veröffentlichungen, veröffentlicht. Die Daten stehen auf den Seiten des Vertragspartners der DFG, des Wiley-VCH Verlags, bereit. Die Webseite im Bereich der Wiley-OnlineLibrary ermöglicht eine umfangreiche Suche nach deutschen und englischen Substanznamen, ihren Synonymen oder CAS-Nummern. Zusätzlich zu den Internetansichten bietet die Seite druckbare pdf-Dokumente. Für die DFG markiere die Veröffentlichung der "MAK-Collection" einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Open Access für Forschungspublikationen. Deutschlands größte Forschungsförderorganisation betreibt dies schon lange: Die DFG unterzeichnete bereits 2003 die "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen". Wir schreiben das Jahr 2012. Ein derart langsames Mahlen der Mühlen kann sich wohl nur der Wissenschaftsbetrieb erlauben - leider. 

Copyright © Ulrich Schmitz, Wissenschaftsjournalist, Bonn