Nachrichten aus Forschung, Technologie und Entwicklung
„Wissenschaft –
Wirtschaft – Politik“ (WWP) ist ein wöchentlicher Informationsdienst mit
Tradition: Im 39. Jahrgang berichtet er kontinuierlich über interessante
Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Forschung, Technologie, Entwicklung
und Markt. WWP ermöglicht damit, was Politiker und Wissenschaftler immer wieder
fordern: den Blick über den Tellerrand. Wenn Sie nicht nur Ihre eigene Disziplin
im Blick haben, sondern auch links und rechts des Weges schauen wollen: Mit WWP
sind Sie dabei. Ob Medizin und Technik sich zu Medizintechnik verbinden,
Biologie und Ingenieurwissenschaften zu Biosensorik, Informationstechnik und
Pädagogik zu E-Learning, Werkstoffwissenschaften und Umwelt zu Umwelttechnik,
oder ob es darum geht neue Moleküle zu designen, Infrastruktur für Verkehr zu
verbessern, die Sonnenenergie für die Dritte Welt zu nutzen, oder Geothermie an
den Markt zu bringen: WWP informiert Sie, jede Woche aktuell. Hinzu kommen
Hinweise auf wichtige Wissenschaftspreise und Stipendien. Testweise gibt es WWP
einmal frei - als
PDF-Datei.
Klicken Sie hier auf Anforderung. Die aktuellen Themen der Ausgabe
09_2010:
Mit der "Microscale Thermophoresis" haben Münchener Forscher ein Verfahren entwickelt, das potentielle Wirkstoffe für neue Medikamente deutlich schneller und zuverlässiger findet, als wenn man Hunderte von Substanzen auf ihre Bindungs-Affinität zu krankheitsrelevanten Molekülen testet ...
Bioinformatiker in Saarbrücken und Tübingen haben die frei verfügbare Software "Ballview" entwickelt. Mit ihrer Hilfe kann man jetzt wie in einem 3-D-Kino in die virtuelle Welt von Wirkstoff-Molekülen, DNA und Viren eintauchen ...
Auf der Messe "MEDTEC Europe" in Stuttgart zeigen Fraunhofer-Forscher, wie eine Kombination aus Reinigungsverfahren mit Kohlenstoffdioxid selbst kleinste Innenräume medizinischer Geräte von Partikeln und Keimen befreit ...
Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Mediziners Dr. Stefan Kääb vom Klinikum der Universität München hat einen neuen Genort identifiziert, der das Risiko für Vorhofflimmern signifikant beeinflusst ...
Chronische Entzündungen fördern die Entstehung von Hautkrebs. Eine zentrale Rolle bei diesem Prozess spielt das Eiweiß "RAGE", das in entzündetem Gewebe verstärkt aktiv ist. Entdeckt wurde das an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg ...
Der Einkauf wissensintensiver Dienstleistungen - beispielsweise Beratung oder IT - stellt deutsche Unternehmen vor große Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt vorgelegte Studie des Karlsruhe Service Research Institute des Karlsruher Instituts für Technologie ...
Eine Gruppe um Dr. Matthias Trier vom Fachbereich Systemanalyse und IT an der TU Berlin hat eine Methode zur Analyse von Vernetzungsprozessen und Strukturen in Organisationen oder im Internet entwickelt ...
Informatiker der Universität des Saarlandes und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben jetzt alte Ansichten der Festungsstadt Saarlouis digitalisiert. In mühevoller Kleinarbeit ist daraus eine 3-D-Welt geworden ...
Moritz Prinz vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH Münster und seine Mitstreiter Sebastian Vagedes und Kristian Wessels haben einen Computer für Autos entwickelt, der mit einem Mobiltelefon "kommunizieren" kann ...
Der Hardware-Hersteller Intel unterstützt jetzt ein integriertes Forschungskonzept der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) für softwareintensive eingebettete Systeme, und zwar im Projekt "Integrierte Forschungskonzept Cyber-Physical Systems" ...
Ein Team um Meinard Müller, Informatiker am Saarbrücker Max-Planck-Institut für Informatik, arbeitet daran, das Wissen über Audiodateien im Internet nutzbar zu machen. Seine Spezialität ist die gezielte Suche nach Musik in Ton, Text und Notenschrift ...
In dieser Woche öffnet die CeBIT ihre Tore. Außer dem dreidimensionalen Kino und Fernsehen gibt es tiefe Einblicke in die digitale Welt: Unter dem Motto "Connected Worlds" präsentiert die CeBIT 2010 vom 2. bis 6. März Trends und Anwendungen rund um das World Wide Web etwa in Halle 6. Die Schwerpunkte "Webciety" und "Internet und Mobile Solutions" demonstrieren zukunftsweisende Ansätze und machen das Netz erlebbar.
Durch die immer dichter werdende Digitalisierung aller Lebensbereiche und Prozesse fangen wir zunehmend an, "im Netz zu leben". Das meint der Begriff "Webciety". Heutzutage können sie in einer fremden Stadt einen Passanten nach einer Adresse fragen und der holt sein "Handy" heraus. Handy? Smartphone, früher auch mal persönlicher digitaler Assistent (PDA) genannt, oder wie auch immer dieser mobile Computer gerade heißen mag. Der Gefragte tippt dann den Namen der Straße ein (hoffentlich in der richtigen Schreibweise), vergewissert sich per Google StreetView, dass er an der richtigen Kreuzung steht und erklärt Ihnen den Weg. Aber vielleicht haben Sie ja selbst schon so ein Gerät und sind in der "Connected World" unterwegs. Die ersten Bekanntschaften gibt es heute auch nicht mehr am Autoscooter, wenn man mit 16 endlich mal abends zur Kirmes durfte, sondern beim Couchsurfing. Couchsurfing ist ein weltweites Netzwerk, das Reisende mit den Menschen der Ländern verbindet, die sie besuchen. Motto: Hilf mit, eine bessere Welt zu erschaffen - Couch für Couch. Wie in der echten Welt lauern freilich allerorten Gefahren. Die Initiatoren von "Please Rob Me" (Bitte raub mich aus) zum Beispiel wollen mit ihrer Website bewusst machen, welch sensible Informationen viele Nutzer von Twitter oder Facebook bereitwillig der ganzen Welt mitteilen. Unter der Überschrift "Recent Empty Homes" werden fortlaufend die jeweils neuesten Tweets von Personen veröffentlicht, die gerade ihre Wohnung verlassen haben und sich an einem anderen Ort "eingecheckt" haben, wie es von geografischen Web-Diensten wie Foursquare, Gowalla oder Loopt festgehalten wird. Die Entwickler von "Please Rob Me" haben dafür die frei verfügbare Software-Schnittstelle von Twitter eingebunden. Was Mitte der achtziger Jahre mit dem Akustikkoppler und kryptischen E-Mail-Boxen auf Großrechnern begann, ist ein Vierteljahrhundert später zu einer erdumfassenden Lebensform geworden. Oft unterscheidet sich dabei die reale Welt kaum noch von der virtuellen. Und einmal mehr ist die CeBIT das Mekka, zu dem all jene pilgern, die sich in dieser digitalen Welt bewegen.
Copyright © Ulrich Schmitz, Wissenschaftsjournalist, Bonn