Nachrichten aus Forschung, Technologie und Entwicklung
„Wissenschaft – Wirtschaft – Politik“ (WWP) ist ein
wöchentlicher Informationsdienst mit Tradition: Im 39. Jahrgang berichtet er
kontinuierlich über interessante Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen
Forschung, Technologie, Entwicklung und Markt. WWP ermöglicht damit, was
Politiker und Wissenschaftler immer wieder fordern: den Blick über den
Tellerrand. Wenn Sie nicht nur Ihre eigene Disziplin im Blick haben, sondern
auch links und rechts des Weges schauen wollen: Mit WWP sind Sie dabei. Ob
Medizin und Technik sich zu Medizintechnik verbinden, Biologie und
Ingenieurwissenschaften zu Biosensorik, Informationstechnik und Pädagogik zu
E-Learning, Werkstoffwissenschaften und Umwelt zu Umwelttechnik, oder ob es
darum geht neue Moleküle zu designen, Infrastruktur für Verkehr zu verbessern,
die Sonnenenergie für die Dritte Welt zu nutzen, oder Geothermie an den Markt zu
bringen: WWP informiert Sie, jede Woche aktuell. Hinzu kommen Hinweise auf
wichtige Wissenschaftspreise und Stipendien. Testweise gibt es WWP einmal frei -
als
PDF-Datei.
Klicken Sie hier auf Anforderung. Die aktuellen Themen der Ausgabe
10_2010:
Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., Frankfurt, hat das Positionspapier "IKT 2020: Fakten - Trends - Positionen" vorgelegt. Es basiert auf Expertenanalysen der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im VDE ...
Australiens Forschungsnetzwerk für Informations- und Kommunikationstechnologie NICTA hat ein fünfjähriges Kooperationsabkommen mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE Kaiserslautern) geschlossen ...
Wissenschaftler der Universität Bremen und der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben jetzt Wachstumsmechanismen sehr häufiger Tumoren beschrieben, deren Kenntnis zukünftig auch für den Wiederaufbau von Geweben genutzt werden könnte ...
Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben jetzt ein Verfahren vorgestellt, mit dem sie beliebig strukturierte dreidimensionale und flexible Substrate herstellen können ...
Forscher der Abteilung "Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie" am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) haben jetzt eine neue Verbindung entdeckt, die Impfstoffe wesentlich verbessern könnte ...
Am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) wird ein neues Laserschneidverfahren für CFK-Werkstoffe (kohlefaserverstärkte Kunststoffe) getestet, das die bei der Bearbeitung auftretende thermische Schädigung der Schnittkante durch die Zufuhr von pulverförmigem Zusatzwerkstoff kompensieren soll ...
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik, ILT Aachen, stellen auf der Hannover Messe 2010 ein flexibles Anlagenkonzept für Laserprozesse zum Schneiden, Schweißen, Strukturieren oder Beschriften vor ...
Internetnutzern soll das eigenhändige Programmieren von Web-Angeboten so leicht wie möglich gemacht werden. Das ist das Ziel der öffentlichen Forschungsplattform http://www.lively-kernel.org ...
Unternehmen mit einer "partizipativen Innovationskultur" haben Wettbewerbsvorteile: In den Innovationsprozess fließen durch die Arbeitnehmerbeteiligung mehr Informationen ein. So lassen sich Fehler vermeiden ...
Etwa 500.000 Vollzeitbeschäftigte in Deutschland nehmen ihren Anspruch auf staatliche Unterstützung nicht wahr. Sie lassen ihren geringen Verdienst nicht mit ergänzendem Arbeitslosengeld II "aufstocken", obwohl das rechtlich möglich wäre ...
Bis 2012 wird sich nach Schätzung des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., ZVEI Frankfurt, das Marktvolumen telemedizinischer Anwendungen in Deutschland auf rund 1,4 Milliarden Euro nahezu verdreifachen ...
Schon klar: Der Staat muss seine Bürger schützen, unter anderem vor Terror und Gewalt. Doch heiligt der Zweck die Mittel? Nein, sagt das Bundesverfassungsgericht und hat damit die Demokratie erneut gestärkt - zum Glück. Der Kern des Spruchs der Karlsruher Richter: Behörden dürfen nur noch bei begründetem Verdacht auf schwerste Straftaten, konkreter Gefahr für Leib und Leben oder Bestand und Sicherheit des Landes Daten abrufen. Und auch dann muss die Entscheidung von einem Richter genehmigt werden, wird somit justiziabel.
Damit hat das Bundesverfassungsgericht ein höchst gefährliches Gesetz gestoppt. Denn stellen Sie sich zwei Saunafreunde vor: der eine Kaufmann in der Stadt, der andere bei der Polizei. Der Kaufmann hat seine Frau schon lange im Verdacht fremdzugehen. Darüber diskutieren die beiden Freunde natürlich in der Sauna. Dann kommt die Idee: Wenn der Polizist dem Kaufmann helfen würde, an die Verbindungsdaten des Handys seiner Frau zu kommen, ließe sich der Verdacht vielleicht erhärten: Die Bewegungsmuster der Frau wären am Ende nicht identisch mit den Aussagen, die sie zum Tagesverlauf gemacht hat. Auch würde immer häufiger die Telefonnummer des vermeintlichen Liebhabers auftauchen. Denn was ließe sich nicht alles aus "Vorratsdaten" herauslesen. Genau das hat das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ermöglicht. Oder der Staat würde aufgrund einer politischen Entscheidung bestimmte Parteien als gefährlich für die Verfassung einstufen. Wir erinnern uns: Da war doch mal was mit der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und Berufsverboten ... Oder die Rasterfahndung nach den Anschlägen der RAF ... - ganz viele Verdächtige in einer linken Protestbewegung. Das Szenario gilt selbstredend natürlich auch für den rechten Rand, von dem mal mehr, mal weniger Gefahr für die Demokratie ausgeht. Und hier kommt ganz schnell staatliche Willkür in Form von handelnden Menschen ins Spiel. Wenn ein Staat die hier wirkenden Mechanismen nicht demokratisch regelt, kann er sich nicht mehr lange Demokratie nennen. Und zu dieser Regelung - und das ist die Quintessenz des Karlsruher Urteils - gehört: starker Verdacht, große Gefahr, Richtervorbehalt, dann lauschen. Klar, wenn man (wer ist "man"?) einfach in den großen Topf der Daten greifen könnte, wäre alles einfacher. Aber genau das verbieten demokratische Regeln. Die übereifrigen Schützer haben die Demokratie in hohem Maße gefährdet. Die Rechtssprechung hingegen hat klar gemacht, wo der Hammer hängt. In einer solchen Demokratie lohnt es sich zu leben.
Copyright © Ulrich Schmitz, Wissenschaftsjournalist, Bonn