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WIRTSCHAFT: Streit in Familienunternehmen schlichten

15 bis 20 Prozent der sanierungsfähigen und -würdigen Familienunternehmen gehen in die Insolvenz, weil einzelne oder alle Mitglieder der Gesellschafterfamilie den Vorschlägen externer Krisenmanager nicht zustimmen. Zu diesem Schluss kommen Arbeiten eines Teams um Prof. Arist von Schlippe, Lehrstuhlinhaber für Führung und Dynamik von Familienunternehmen des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) der Universität Witten/Herdecke. Die Wissenschaftler suchen deshalb neue Wege für ein besseres Krisenmanagement in Familienunternehmen. "Gerade in solchen Extremsituationen sind von Krisenmanagern nicht nur kaufmännische sondern ausgeprägte psycho-soziale Fähigkeiten gefragt", erklärt Schlippe. Bislang existieren jedoch keine Konzepte, wie die Familie systematisch bei einem Krisenmanagement zu integrieren ist, so Dipl. Oec. Tom A. Rüsen, der derzeit als Research Fellow des WIFU ein Forschungsprojekt über Krisenmanagement in Familienunternehmen durchführt. Erste Auswertungen der über 80 Experteninterviews mit Bankenvertretern, Insolvenzverwaltern, Sanierungsberatern und Familienunternehmern zeigen überraschende Ergebnisse. "Trotz der Vielschichtigkeit der Einflüsse auf den Verlauf einer Existenz bedrohenden Unternehmenskrise in Familienunternehmen, lassen sich zentrale Einflussfaktoren und typische Verhaltensdynamiken der beteiligten Familienmitglieder identifizieren", erklärt Tom A. Rüsen. Erstaunlich sei es für ihn, dass die Unternehmerfamilie zwar als relevante Einflussgröße wahrgenommen werde, bislang jedoch keine Konzepte vorliegen, wie die Familie systematisch bei einem Krisenmanagement zu integrieren ist. Dabei verfüge die Gesellschafterfamilie über ein hohes Potential: Mitglieder der Gesellschafterfamilie sind in der Regel in erheblichem Maße bereit, Privatvermögen zur Rettung des Unternehmens einzusetzen. Darüber hinaus können sie durch schnelle Entscheidungen und Maßnahmen mit Signalwirkungen in der Belegschaft wichtige Beiträge zum Gelingen einer Sanierung leisten. Weitere Maßnahmen sind laut Rüsen intensive Kommunikation mit nicht-aktiven Gesellschaftern über die notwendigen Veränderungen im Unternehmen, Mediations-Work-Shops zur Streitschlichtung bis hin zu einem an die systemische Familientherapie angelehnten professionellen Familiencoaching. Tel. 02302-926-513, E-Mail: tom.ruesen@uni-wh.de und schlippe@uni-wh.de - Internet: http://www.uni-wh.de/wifu

POLITIK: Brückenschlag zwischen FH und Wirtschaft

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will die wachsende Bedeutung der Fachhochschulen in der Forschung ausbauen. "Wir werden die kreativen Potenziale stärker fördern und die Mittel für die Forschung an Fachhochschulen deshalb bis 2008 verdreifachen", betonte Schavan letzte Woche in Berlin. Standen 2005 noch zehn Millionen Euro zur Verfügung, sind im laufenden Jahr schon 15 Millionen Euro vorgesehen. In dieser Legislaturperiode werden die jährlichen Mittel für die Forschung an Fachhochschulen auf 30 Millionen Euro steigen. Das neue Programm für die Forschung an Fachhochschulen mit Unternehmen (FHprofUnd) soll den anwendungsnahen Wissens- und Technologietransfer zwischen den Fachhochschulen und Unternehmen weiter verbessern. Zudem sollen in den Projekten die Studierenden für die Arbeit in der Wirtschaft forschungsnah qualifiziert werden. Gleichzeitig kann das Personal aus den Unternehmen Einblick in anwendungsorientierte Forschung erhalten und damit auch einen Zugang zu den Wissensbeständen der Fachhochschulforscher. Das BMBF hat zwischen 2004 und 2006 255 Projekte an Fachhochschulen mit insgesamt 35 Millionen Euro gefördert. Die ostdeutschen Fachhochschulen waren mit rund 13,5 Millionen Euro bei der Projektförderung sehr erfolgreich. Unter den 20 antragsstärksten Fachhochschulen sind allein elf ostdeutsche Hochschulen. Insgesamt beteiligen sich über 900 Forschungspartner an den Vorhaben. Davon waren 460, also über 50 Prozent, kleine und mittlere Unternehmen. In den Ingenieurwissenschaften sind bei den mehr als 150 Fachhochschulen in Deutschland rund 186.000 Studierende eingeschrieben, die von über 7.500 Professoren in Forschung und Lehre ausgebildet werden. Über zwei Drittel der jährlich rund 37.000 Absolventen in den Ingenieurwissenschaften in Deutschland kommen aus den Fachhochschulen. E-Mail: presse@bmbf.bund.de - Internet: http://www.bmbf.de/pub/forschung_an_fachhochschulen.pdf

WIRTSCHAFT: Wie hältst Du’s mit Deinem Kunden?

Ein an der Fachhochschule Münster entwickelter Qualitäts-Check für Unternehmen stellt wichtige Kriterien des Managements auf den Prüfstand. Er resultiert aus einer europäischen Forschungsstudie unter Leitung von Prof. Dr. Olaf Arlinghaus und Prof. Dr. Jürgen Bartsch von der FH Münster sowie Dr. Frank Lasogga von der profinova KG. Der eigens für diese Studie entwickelte Customer Relationship Management-Qualitätscheck (CRM) nimmt außer den Vertriebsaktivitäten, den Servicebereich und die Kundenbetreuung die kundenrelevanten Prozessabläufe und Organisationsstrukturen gründlich unter die Lupe."Zwar zeigt die Studie, dass in den Unternehmen sehr individuell und flexibel auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse reagiert wird", erklärt Arlinghaus. Allerdings, so der Hochschullehrer für Internationales Management, werde meistens ohne ein entsprechendes CRM-Konzept verfahren. "Eine effiziente und effektive Kundenansprache und -betreuung ist damit nicht zu erreichen", kritisiert Arlinghaus. So werden beispielsweise die Kundenprofile vorwiegend nur nach Umsatz, Branche und Region gebildet. Unberücksichtigt blieben aber weitergehende Kriterien, wie beispielsweise Beschwerdehäufigkeit, nachgefragte Leistungen und Vertragslaufzeit."Hinzu kommt, dass die Kommunikation und der Umgang mit den Kunden oftmals nicht einheitlich geregelt ist", ergänzt Lasogga. Zudem fehlen differenzierte Aktivitäten und Konzepte, um Kunden zu binden. "Eine aktive Gestaltung und Weiterentwicklung einer Kundenbeziehung ist somit eher die Ausnahme als der Regelfall." Auf Initiative der Wirtschaftsförderung Rhein-Kreis Neuss GmbH wird der CRMQualitätscheck für Unternehmen, die im Business-to-Business-Bereich tätig sind, im Internet kostenlos unterwww.angewandtes-crm.de angeboten. Tel. über 0251-83-64090, Fax –64091, E-Mail: pressestelle@fhmuenster.de

BAUWIRTSCHAFT: Abfall gezielt steuern

Wissenschaftler am Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten an der TU Dresden entwickeln die Lernsoftware "Waste Tool" für ein Bauabfallmanagement im Europäischen Hochbau. Denn das Problem ist virulent: Ob Bauschutt oder Verpackungen - in Deutschland werden über 50 Prozent aller Abfälle durch die Bauwirtschaft produziert. Durch ein effizientes Bauabfallmanagement könnten in Deutschland 30 Prozent der Abfälle vermieden werden. Auch die Entsorgungskosten ließen sich um bis zu 50 Prozent verringern. Das neue Lernprogramm basiert auf dem Forschungsvorhaben „Wambuco“, in dem bereits Handlungsempfehlungen für ein Abfallmanagement auf Baustellen eruiert wurden. "Waste-Tool" stellt alle Informationen zur Verfügung, die für ein Abfallmanagement während des gesamten Bauprozesses zu beachten sind - von der Planung bis zur Durchführung. Einerseits werden Architekten und Bauingenieure mit "Waste Tool" in der Lage sein, schon in der Planungsphase Abfallmengen zu berechnen und zu versuchen, diese möglichst gering zu halten. "Man kann Gipskartonplatten bereits in einem geeigneten Format fertigen lassen, statt sie nachträglich zuzuschneiden, wodurch Bauabfall entsteht und unnötig transportiert werden", sagt Marko Günther, koordinierender Institutsmitarbeiter des Software-Projekts an der TU Dresden. Andererseits: Statt wie bisher auf Baustellen den Bauabfall von jeder einzelnen Firma selbst abtransportieren zu lassen, ist es effektiver, ihn zentral zu sammeln und zu entsorgen. "Waste Tool" bietet alle notwendigen Informationen: von der Entsorgungslogistik, Konzepten zur Abfallvermeidung, und Abfallbehandlung bis zu rechtlichen Vorschriften und Berechnungsgrundlagen für Abfallmengen und Kosten. Tel. 0351-318230, E-Mail: abfall@rcs.urz.tu-dresden.de - Internet: http://www.wastetool.net

VERMARKTUNG: Standortfaktoren für junge Hightech-Firmen

"Bei Gründungen von Mikro- und Nanotechnik-Unternehmen liegt Nordrhein-Westfalen in Deutschland an der Spitze", sagt Dr. Uwe Kleinkes, Leiter von IVAM Research. Diese Forschungseinrichtung ist Teil der Dortmunder Interessengemeinschaft zur Verbreitung von Anwendungen der Mikrostrukturtechniken (IVAM), oder kurz IVAM Fachverband für Mikrotechnik. Laut dem Gründungsmonitor Mikro-/Nanotechnik haben sich in Nordrhein-Westfalen von 1985 bis 2005 21,4 Prozent aller Start-ups, die sich mit miniaturisierter Technik befassen, angesiedelt. Die Plätze zwei und drei der beliebtesten Bundesländer belegen Bayern und Baden-Württemberg. Mit der Start-up-Studie liegen zum ersten Mal Zahlen zum Gründerverhalten in der Mikro- und Nanotechnikbranche vor. Wie die Studie zeigt, siedeln Gründer, die sich mit Standortfragen beschäftigen, ihr Unternehmen mit Vorliebe in Clustern an - also an Orten, wo bereits mehrere Unternehmen gleicher technologischer Ausrichtung zuhause sind. Die wachstumsstärksten Unternehmen haben große Mikrotechnik-Cluster wie Dortmund, Berlin, München und Jena als Firmensitz gewählt. Dies bestätigt aktuelle Wirtschaftstheorien, wonach Cluster den Erfolg der ansässigen Unternehmen fördern. Als größter Mikrotechnik-Cluster Deutschlands mit über 40 Unternehmen ist Dortmund bei Gründern besonders beliebt. Mit dem Gründerwettbwerb start2grow und dem Kompetenzzentrum MST.factory dortmund hat die Stadt in den vergangenen Jahren ein spezielles Dienstleistungs- und Infrastrukturangebot für Mikro- und Nanotechnik-Gründer aufgebaut. Die Cluster Dortmund, Ruhrgebiet und Aachen beherbergen insgesamt fast 200 überwiegend kleine und mittlere Mikro- und Nano-Firmen. Der Gründungsmonitor basiert auf einer Befragung von Unternehmern, die zwischen 2000 und 2005 ein Mikro- oder Nanotechnik-Unternehmen in Deutschland gegründet haben. Die Studie wurde von IVAM Research in Zusammenarbeit mit dem dortmund-project durchgeführt. Tel. 0231-9742-149, E-Mail: il@ivam.de - Internet: http://www.ivam.de/de/pdf/gruendungsmonitor_bestellformular.pdf

PERSONALENTWICKLUNG: durch Wetten Motive finden

Um herauszufinden, was Mitarbeiter im Unternehmen wirklich wollen und was sie motiviert, haben Bernd H. Ankenbrand vom k:lab der Universität Witten / Herdecke und sein Kollege Dr. Michael Gebauer ein Instrument entwickelt, das dies eruieren kann: "Man organisiert eine Wettbörse, bei der jeder mit eigenem Geld auf bestimmte Ergebnisse wetten muss. Wer am Ende das meiste Geld hat, hat gewonnen. Und das Ergebnis liegt nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch ganz nah an der Realität", erklärt Ankenbrand die Methode. "Am ehesten wissen doch die Mitarbeiter selber, was sie motiviert, interessiert und stärkt. Daher sollte man sie auch befragen", meint Ankenbrand. Doch sagen sie dies auch ehrlich? „Natürlich wird kein Mitarbeiter der Welt seinem Chef ohne Hintergedanken auf Fragen antworten“, meinen die Wittener Forscher. Sie haben deshalb das Wett-Tool programmiert, dass mithilfe komplexer Regressionsanalysen auf der einen und den Prognosen der Mitarbeiter auf der anderen Seite in der Lage ist, einem Unternehmen positive oder negative Wirkungen von Personalinvestitionen aufzudecken. Es hilft die Personalentwicklung als Wettspiel zu organisieren. Die Ergebnisse von richtig organisierten Wettbörsen liegen immer sehr nah am tatsächlichen Ergebnis, weil alle sich anstrengen und ihren Wetteinsatz vermehren wollen. Voraussetzung ist, dass alle, die wetten, auch über umfassende Informationen und Erfahrungen verfügen. Michael Gebauer: "Bei Fußballwetten ist das einfach, schließlich fühlen sich ja viele zum Nationaltrainer berufen und jeder kennt die Fußballregeln. Die Auswahl der Einflussfaktoren auf das Humankapital und deren wechselseitig abhängigen Wirkungsweise ist jedoch viel kniffeliger." Mit dem Werkzeug gibt es jetzt Wetten, bei denen es um Fragen geht wie: „Finden Mitarbeiter einen Firmenwagen interessanter als entsprechend mehr Geld?“ Tel. 02302/926-578/-532, E-Mail: banken@uni-wh.de und gebauer@uni-wh.de - Internet: http://www.uni-wh.de/k-lab

INNOVATION: Ideen nach Maß

Forscher der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe Stuttgart (TEG) haben ein Online-Werkzeug programmiert, mit dem Unternehmen systematisch nach Innovationspotenzial fahnden können. Um auch weiterhin im Geschäft zu bleiben, müssen sie neue, innovative Produkte entwickeln. Doch vor allem kleine Betriebe haben den Markt und die veränderten Kundenwünsche zu wenig im Blick, verharren häufig im alten Trott, vertrauen auf ihr herkömmliches Angebot und auf ihren alten Kundenstamm. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler von der TEG: „Innovationen sind mehr oder weniger zufällig“, meint Clarissa Bay, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Innovations- und IP-Management. Sie koordiniert ein EU-Projekt, das kleinen und mittelständischen Unternehmen auf die Sprünge helfen soll. „Top-down Innovationsplanung“, kurz TIP, bringt Unternehmer auf neue Ideen, entweder im Dialog mit der TEG oder als Online-Tool, das ab Mitte Juli unter www.tip-eu.org kostenlos zur Verfügung stehen wird. Betriebe aller Branchen ermitteln zunächst mit Hilfe einer Checkliste, wie gut ihr Innovationsprozess ist. Schon die Art der Fragen liefert wertvolle Anregungen. Mit der Auswertung erhält jeder Teilnehmer Empfehlungen, wie er sein Unternehmen für die Zukunft fit machen kann. Dabei wird auch das jeweilige Unternehmensumfeld systematisch analysiert. Das Online-Tool stellt Informationen, Dokumente und Links rund um den Innovationsprozess bereit, so dass sich jeder Nutzer kostenlos und vom eigenen Schreibtisch aus über Technologietrends oder Marktentwicklungen informieren kann. Wie sinnvoll die systematische Suche nach Innovationen ist, haben die TEG-Forscher in einer Fallstudie gezeigt: Ein mittelständisches Unternehmen aus Baden-Württemberg erhielt mit der TIP-Methode mehr als 50 Kontakte zu möglichen neuen Kunden sowie rund 200 Ideen für ein neues Produkt. Tel. 0711-970-3629.

MARKT: KMU besser beraten

Kleine und mittelständische Unternehmen aus der Automobilzulieferer-Branche haben ab sofort die Möglichkeit, ihre internationale Marktposition einschätzen zu lassen. Das Institut für Kraftfahrwesen (ika) der RWTH Aachen und die Serviceplattform für Autozulieferer NRW-auto bieten in einem Benchmarking interessierten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen eine Analyse ihrer Wettbewerbsstärke auf dem europäischen Markt. Das Angebot ist Teil des Projekts Network of European Automotive Competence (NEAC), das je zur Hälfte vom Land NRW und der EU finanziert wird. Die Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen, erhalten einen Benchmarking-Report, aus dem die jeweilige Position im internationalen Automobil-Zulieferermarkt hervorgeht. Wichtige Dimensionen sind dabei die Kundenstruktur, die Effizienz der Geschäftsprozesse, die Kapitalstruktur oder die Leistungsfähigkeit in der Technologieentwicklung. An den Ergebnissen kann die Unternehmensleitung konkreten Handlungsbedarf ablesen. Dies ist gerade deshalb von großer Bedeutung, weil der Wettbewerbsdruck auf die deutschen Zulieferer in den letzten Jahren durch neue Marktteilnehmer in Osteuropa und Asien stark gewachsen ist. An dem Projekt NEAC sind außer Nordrhein-Westfalen weitere acht europäische Regionen plus die Region Samara/Russland beteiligt. NEAC will Unternehmen konkret beraten und die beteiligten Regionen unterstützen. Dazu werden regionale Unterstützungsmaßnahmen für die Zuliefererbranche, die Wettbewerbsstärke der Unternehmen und die Zukunftsaussichten der einzelnen Regionen analysiert und Verbesserungsvorschläge gemacht. Außerdem werden Kooperationsprojekte vorgeschlagen: Etwa können Zulieferer, die sich zu einer sogenannten supply chain zusammenschließen, gemeinsam ihre Akquise- und Produktionskosten senken. Die Regionen erhalten Informationen über besondere technologische Stärken und Schwächen ihrer Unternehmen und können Maßnahmen zur Netzwerk- und Technologieförderung gezielter planen. E-Mail: Freialdenhoven@ika.rwth-aachen.de oder pstellbrink@nrw-auto.com - Internet: http://www.neac.eu.com

WIRTSCHAFT: mehr Einnahmen, weniger Ausgaben

Ein Mix aus Maßnahmen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite der Pflegeversicherung ist nötig, um diese zu stabilisieren und auch in Zukunft ein ausreichendes Maß an stationärer Pflege in Deutschland zu gewährleisten. Denn die Soziale Pflegeversicherung (SPV) steuert auf einen Finanzierungsengpass zu. Ihre Ausgaben übersteigen seit 1999 die Einnahmen, ihre Kapitalreserve ist bald aufgebraucht. Zu diesem Ergebnis kommt das RWI Essen gemeinsam mit der Admad GmbH und HPS Research in einer Studie zur Zukunft der deutschen Pflegeheime. Demnach wird bis zum Jahr 2020 die Zahl der benötigten stationären Pflegeplätze in Deutschland wegen der alternden Bevölkerung im Vergleich zu 2005 voraussichtlich um 30 Prozent zunehmen. Absolut bedeutet dies mehr als 200.000 zusätzliche stationär Pflegebedürftige. In der ambulanten Pflege ist mit einer Zunahme von über 350.000 Fällen zu rechnen. Die derzeitige Kapitalreserve von rund drei Milliarden Euro dürfte 2008 aufgebraucht sein. Die Folge: 16 Prozent der untersuchten Pflegeheime weisen erhöhte Insolvenzgefahr auf. In einem Rating wurde zudem die Ausfallwahrscheinlichkeit der untersuchten Pflegeheime berechnet. Hierbei wird in den "grünen" (0 bis 1,0 %), den "gelben" (1,0 bis 2,6 %) und den "roten" Bereich (größer als 2,6 %) unterteilt. Aktuell fallen 19,8 Prozent der untersuchten Pflegeheime in den "gelben" und 15,5 Prozent in den "roten" Bereich. Auffällig ist, dass vor allem große und teure Heime gut abschneiden. Die Forscher um Dr. Boris Augurzky und Dr. Sebastian Krolop empfehlen, die Pflegesätze leicht zu reduzieren und den Wettbewerb zwischen Leistungsanbietern zu stärken werden, so dass es zu einer Preisreduktion bei Pflegeheimen kommt. Zudem sollte schrittweise eine zusätzliche private Vorsorge aufgebaut werden. Tel. 0201-8149-203/-213 und Tel. 0221-179-3010, http://www.rwi-essen.de/presse

SPIN-OFFs: wenig Mut bei „harter Ware“

Die Anzahl der Unternehmensgründungen in technologie- und wissensinstensiven Branchen in Deutschland ist im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Dies ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen Gründungsreports des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Der Studie zufolge ist dieser Anstieg vor allem den wissens- und technologieintensiven Dienstleistungssektoren zuzuschreiben, die einen großen Teil der betrachteten technologie- und wissensintensiven Branchen ausmachen. Hier wuchs die Anzahl der Unternehmensgründungen im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als fünf Prozent. Im Gegensatz dazu befindet sich die Anzahl der Unternehmensgründungen in den Hochtechnologie-Branchen des verarbeitenden Gewerbes im Jahr 2004 nach Jahren des Rückgangs auf einem sehr niedrigen Niveau und ist im Vergleich zum Vorjahr mit zwei Prozent kaum gestiegen. Beispielsweise bei der Herstellung von Prozess-Steueranlagen, von Datenverarbeitungsgeräten oder elektrischen Bauteilen ist also noch keine erkennbare Trendwende, sondern eher eine Stagnation auf niedrigem Niveau zu erkennen. So erreichte im Jahr 2004 die Anzahl der Gründungen lediglich 68 Prozent des Niveaus von 1998. Seit 1998 ist die Anzahl der Unternehmensgründungen in der Spitzentechnik stetig zurückgegangen. Ähnlich wie bei der Spitzentechnik zeigt sich auch das Bild bei der hochwertigen Technik (unter anderem Maschinenbau und die Herstellung optischer, fotografischer sowie medizinischer Geräte). In dieser Branche ist die Anzahl der Unternehmensgründungen seit 13 Jahren gesunken, um im Jahr 2004 im Vergleich zu 2003 erstmals wieder um knapp zwei Prozent zu steigen. Die Gründe für die schleppende Entwicklung bei den Unternehmensgründungen in der Spitzentechnik und der hochwertigen Technik – so das ZEW – sind insbesondere die mangelnden Finanzierungsoptionen für Gründer und hier vor allem die restriktive Vergabe von Bankkrediten. Aber auch bürokratische Hindernisse und der hohe Verwaltungsaufwand, der im Zuge einer Unternehmensgründung entsteht, beeinträchtigen die Gründungstätigkeit. Um diese Mängel zu beseitigen und die Gründungsschwäche in diesen beiden Branchen zu beheben, wird der Ruf nach einer zielgerichteten Wirtschaftspolitik laut. Tel. 0621-1235-185, Fax -170, E-Mail metzger@zew.de und
heger@zew.de - Download: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/grep/Grep0106.pdf

WIRTSCHAFT: Wachstum bleibt Wunschdenken

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI Essen) hat seine Prognose für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2006 um 0,2 Punkte auf 1,8 Prozent erhöht. Für 2007 prognostiziert das Institut hingegen ein BIP-Wachstum von nur noch 1,3 Prozent. Die Abschwächung rührt unter anderem daher, dass die Mehrwert- und die Versicherungsteuer im kommenden Jahr um drei Prozent-Punkte angehoben werden sollen. Die Wachstumsimpulse kommen hauptsächlich vom Export und den Investitionen, eine Belebung des privaten Konsums scheint wenig wahrscheinlich. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte 2006 um 160.00 Personen steigen und 2007 um weitere 140.000 Personen zunehmen, die Arbeitslosenquote dementsprechend auf 10,6% in 2006 und 10,4% in 2007 sinken. Das staatliche Budgetdefizit könnte schon 2006 etwas unter drei Prozent liegen und dürfte 2007 wegen der Steuererhöhungen deutlich auf zwei Prozent sinken. Die Expansion der Weltwirtschaft dürfte sich nur wenig verlangsamen, das Welt-Sozialprodukt 2006 voraussichtlich um 3%, 2007 um 2,8% wachsen. Daraus errechnet sich ein Wachstum von 7,5 bzw. 7% für den Welthandel. Risiken hierfür entstehen vor allem aus den anhaltend hohen Ungleichgewichten in den Leistungsbilanzen. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland setzte sich im Verlauf des Jahres 2005 fort. Er wird nicht mehr allein von der Außenwirtschaft, sondern zunehmend auch von den Investitionen getragen. Zudem haben zuletzt die Bauinvestitionen erstmals seit 1999 zugelegt. Rückläufig blieb allerdings der private Konsum. Tel. 0201-8149-262, /-213, E-Mail : Roland.Doehrn@rwi-essen.de – Internet: http://www.rwi-essen.de/presse und http://www.rwi-essen.de/kb - Konjunkturbericht als pdf-Datei

BESCHÄFTIGUNG: besser befristet als gar nicht arbeiten

Arbeitnehmer, die zunächst eine befristete Anstellung aufnehmen, fahren damit häufig nicht schlecht. Denn die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres von einer befristeten auf eine unbefristete Stelle zu wechseln, liegt bei 38 Prozent. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Im gleichen Zeitraum beträgt das Risiko, nach Auslaufen eines befristeten Vertrags arbeitslos zu werden, zwischen neun und zehn Prozent. Damit ist es zwar fast doppelt so hoch wie bei ansonsten vergleichbaren unbefristet Beschäftigten. Die längerfristigen Aussichten befristet Beschäftigter sind dagegen nicht schlechter als die unbefristet Beschäftigter: Das Risiko, mehr als drei Jahre nach der Aufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos zu sein, ist für beide Gruppen gleich groß. Auch die Gefahr, in einer "Befristungsschleife" stecken zu bleiben, bewerten die Wissenschaftler als eher gering. Über einen längeren Zeitraum wiederholte befristete Beschäftigungsverhältnisse, sogenannte Kettenverträge, sind nach den vorliegenden Daten für den gesamten Arbeitsmarkt ein eher seltenes Phänomen. Allerdings beurteilen befristet Beschäftigte ihre Beschäftigungssituation als deutlich schlechter als die Beschäftigten mit unbefristeten Verträgen. Dies zeigen Auswertungen der subjektiven Einschätzung der Erwerbssituation; gefragt wurde dabei nach Arbeitsplatzsicherheit, Entlohnung, Aufstiegsmöglichkeiten, Zugang zu Weiterbildung und ungerechtfertigter Kritik durch Kollegen und Vorgesetzte. Die Studie deutet klar darauf hin, dass die befristet Beschäftigten sich in jeder dieser Dimensionen als schlechter gestellt betrachten als ihre Kollegen mit unbefristeter Beschäftigung. Tel. 0621-1235-156, Fax -225, E-Mail boockmann@zew.de

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