KOMMENTAR: Und Orwell kommt doch noch

Die britische Regierung steckt jetzt 16 Millionen Pfund (23 Millionen Euro) in die Entwicklung eines Roboterflugzeugs. Das unbemannte Fluggerät für den Einsatz bei Polizei und Feuerwehr soll die polizeiliche Überwachung oder die Aufklärung von Brandherden "revolutionieren", berichten englische Medien. Unbemannte Flugzeuge mit der Fähigkeit, andere Objekte zu erkennen und zu vermelden, könnten unter anderem auch zur Inspektion von Überlandleitungen oder Pipelines eingesetzt werden – und zur Verfolgung von Straftätern.

Die Investition ist Teil eines insgesamt 32 Millionen Pfund (46 Millionen Euro) schweren Programms zur Förderung autonomer Flugsysteme, Astraea (Autonomous Systems Technology Related Airborne Evaluation and Assessment) genannt. Mit der Unterstützung der Regierung soll das Projekt Systeme und Rahmenbedingungen für den regelmäßigen Einsatz unbemannter Fluggeräte im britischen Luftraum entwickeln. Astraea erhält dafür fünf Millionen Pfund vom britischen Handelsministerium sowie weitere elf Millionen Pfund aus den Töpfen regionaler Entwicklungsprogramme. Das Überwachungsprogramm ist lediglich Teil eines umfassenden staatlichen Beobachtungsszenarios: Das bislang zur Verkehrssteuerung verwendete Automatic Number Plate Recognition-System (ANPR) wird landesweit ausgebaut. Kameras sollen inzwischen täglich 35 Millionen Nummernschilder erfassen und sie gemeinsam mit Datum, Ort und Uhrzeit bis zu zwei Jahre in einer Datenbank ablegen. In der nächsten Ausbaustufe soll das System bis zu 100 Millionen Nummern täglich speichern, die Daten sollen dann gar fünf Jahre aufbewahrt werden. Das Nummernerkennungssystem hilft zur Zeit zum Beispiel dabei, die City-Maut in London zu erheben. Im Kern gibt es ein solches Nummernerkennungssystem auch in Deutschland: an den Mautkontrollbrücken für LKWs. Die Softwareprogrammierung ist freilich derzeit so ausgelegt, dass PKWs von vorne herein ausgesiebt werden. Nach der derzeitigen Gesetzeslage wäre es auch gar nicht zulässig, deren Daten zu erheben. Aber der Blick auf Großbritannien muss skeptisch machen. Die staatliche Beobachtung von Bewegungen von Bürgen mag ihre Vorteile haben; doch „Big Brother“ könnte es auch einmal mit der Demokratie nicht so genau nehmen. Schon jetzt verfügen auch deutsche Behörden, etwa die Städte und Gemeinden, über Geoinformationen, die es dem Sachbearbeiter ermöglichen zu beurteilen, welche Dame gerne im Evakostüm auf dem vermeintlich blickgeschützten Balkon liegt. Automatisierte Überwachung erzeugt mehr als Unbehagen.

SIMULATION: auch kopfüber richtig anschnallen

Ralf Brandmüller und Martin Eustergerling sowie Professor Dr.-Ing. Bernd Johanning vom Fachbereich der Fahrzeugtechnik der FH Osnabrück haben einen hydraulischen Überschlagsimulator für Autos gebaut, den sie jetzt für Praxistests zur Verfügung stellten. "Der Überschlagsimulator verdeutlicht, welche Beschleunigungskräfte bei einem Überschlag auftreten und wie man bei einem Unfall richtig reagieren sollte", erläutert Polizeihauptkommissar Rüdiger Wittek. Dabei erleben die angeschnallten Insassen einen Überschlag um die Fahrzeuglängsachse und müssen sich anschließend aus dem auf dem Dach liegenden Auto befreien. "Bisher mussten mehrere Personen das Fahrzeug von Hand drehen", berichtet Wittek. Deshalb wurde im Labor für hydraulische Antriebe und Kolbenmaschinen ein neuer Antrieb entwickelt. "Unser Konzept ermöglicht einen mobilen Einsatz des Simulators bei einfacher und komfortabler Bedienung", erklärt Ralf Brandmüller. "Dabei berücksichtigt unsere Lösung auch die unterschiedliche Anzahl der Insassen und garantiert dabei die passende Drehgeschwindigkeit". Nun werden Mitarbeiter der Polizei und der Verkehrswache Simulationen ohne körperlichen Einsatz durchführen. Zudem können sie die Überschlagszahl frei wählen und auch den Simulator in beliebiger Drehposition anhalten. Tel. über 0541-969-3185, Fax –2066, E-Mail: pressestelle@fh-osnabrueck.de

VERKEHR: im Zeitplan ankommen

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Innovative Projekte (AGIP) am Institut für Verkehrsmanagement der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (FH) haben ein neuartiges, zeitbezogenes Navigationssystem für Fahrzeuge entwickelt. Zwischen Salzgitter und Hamburg fand nun die erste Fahrt damit statt. Mit Hilfe der sogenannten zeitbezogenen Navigation wurde ein Testfahrzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt derart von Salzgitter nach Hamburg geführt, dass das Fahrzeug pünktlich und auf die Minute genau in Hamburg eintraf. Das Forschungsprojekt besteht aus einer Kooperation zwischen der FH Braunschweig/Wolfenbüttel, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Robert Bosch GmbH. Der Testfahrer kam vom DLR in Braunschweig. Laut dem Leiter des Forschungsprojektes, Prof. Dr. Thomas M. Cerbe, erlaubt die zeitbezogene Navigation die präzise Planung einer Fahrt und die anschließende Führung des Fahrzeugs im Straßenverkehr, so dass ein Fahrzeug pünktlich sein Ziel erreicht. "Berücksichtigt werden unter anderem der Fahrstil des Fahrers, die zu erwartenden Verkehrsverhältnisse und sämtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen entlang der Route", so Cerbe. Die Idee ist aus der vierdimensionalen, also die Zeit einschließenden (4D-)Navigation abgeleitet, die zukünftig auch im Luftverkehr zum Einsatz kommt. Versuchsleiter Dipl.-Ing. Adam Giszczak, der den Versuch vorbereitet hat, zeigte sich sehr zufrieden mit seinem experimentellen System, das fehlerfrei und wie erwartet funktioniert hat. E-Mail: a.giszczak@fh-salzgitter.de oder th.cerbe@fh-salzgitter.de

Auskunftssystem "moFahr" hilft Anschlüsse zu finden

"moFahr" steht für mobile Fahrplanauskunft - und zwar auf dem Handy. Die Münsteraner Fahrpläne lassen sich damit jetzt aufs Mobiltelefon laden. Nutzer können dann offline, also ohne Kosten, jederzeit schnell nachschauen, wann der nächste Bus fährt. Diesen neuen Service stellten Vertreter der Fachhochschule Münster, der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) und der Stadtwerke Münster (SWM) vor. Laut Prof. Dr. Gernot Bauer vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH Münster verfügen rund 90 Prozent der 16- bis 60-Jährigen heutzutage über ein Handy. Die neueren Geräte verfügen über ausreichend Speicherkapazität, um damit Musik, Fotos und Spiele zu speichern. Berechtigte Frage: Warum nicht auch Fahrpläne? Auskunft darüber, wie die Fahrplandaten aus dem Internet über den heimischen PC ins Handy gelangen, geben die Internetseiten der Verkehrsunternehmen. Unter www.rvm-online.de oder www.stadtwerke-muenster.de/fahrgaeste sind alle Schritte erklärt und auch die technischen Voraussetzungen der Mobiltelefone dargestellt. Die Verkehrsbetriebe haben außerdem eine Broschüre herausgegeben, die in ihren Bussen ausliegt. Wichtig für die Nutzer ist, dass nur einmalig Kosten beim Herunterladen der Daten per Handy entstehen, die je nach Gerät und Datenmenge zwischen 0,50 Euro und 2,50 Euro variieren können. Noch günstiger ist das Herunterladen über den heimischen PC. Die Daten können dann per Kabel, Infrarot oder Bluetooth aufs Handy übertragen werden. Tel. 0251-83-64090, Fax –64091, E-Mail: pressestelle@fh-muenster.de - Internet: http://www.fh-muenster.de/pressestelle

SIMULATION: Verkehrsströme vorhersagen

Das Team von Prof. Dr. Jörg Biethahn vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Georg-August-Universität stellt eine neue Softwarelösung zur Modellierung von städtischen Verkehrssystemen vor: Die Software „TraSimGö“ bietet ein flexibles Werkzeug, um den Verkehrsfluss zu verbessern. „Jede Stadt weist eine eigene Infrastruktur und eine spezifische Verteilung der Verkehrsteilnehmer auf. Für Probleme bei der Verkehrsführung kann es daher keine Standardlösung geben“, erläutert Prof. Biethahn. „TraSimGö“ wendet sich insbesondere an kleinere Städte und Gemeinden, die Transparenz in ihre Verkehrssysteme bringen wollen. „Simulation und Prozessanimation steigern das Systemverständnis und geben den Planern ein leistungsstarkes Instrument an die Hand, um Verbesserungen im Verkehrssystem zu testen und umzusetzen“, erläutert Prof. Biethahn, der die Abteilung Wirtschaftsinformatik I leitet. Die Software wurde am Beispiel der Stadt Göttingen mit einem realen Problem erfolgreich getestet. Seine Simulationserfahrungen hat das Team zudem für die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen beim Einwerben, Verwalten und Abwickeln von Dienstleistungsaufträgen eingebracht – mit dem System „flexpreis“. So bietet ein Buchungsmodul die Möglichkeit, durchgängig online Termine an Kunden zu vergeben und die Auslastung über eine zeitorientierte Preisgestaltung zu verbessern. (CeBIT, Halle 09 - Stand C 21), Tel. 0551-39-8419/-4445, E-Mail: mzillin@uni-goettingen.de und lmeier@uni-goettingen.de - Internet: http://www.wi1.wiso.uni-goettingen.de

MARKETING: dem (Flug-)Tourismus Impulse geben

Why(k)not, die „Studentische Unternehmensberatung“ der Zeppelin University, hat im Auftrag der ZLT Zeppelin Luftschifftechnik in enger Zusammenarbeit mit der ZLT neue Marketing- und Vertriebsideen für die fliegende Aussichtsplattform, den Zeppelin NT 07, vorgelegt. Die Markteinführung des Zeppelins Neuer Technologie NT 07 erfolgte im September 1997. Das Beraterteam fand heraus, dass von 12.000 Zeppelin-Fluggästen 30 Prozent in Friedrichshafen übernachten. Darauf basierend entwickelte die Gruppe um Ambros Eiletz, Pierre Manière und Georg Bader sogenannte Annex-Produkte, die über das Internet vermarktet werden. Hotel- und Museumsbuchungen, Hafenrundfahrten oder Ausflüge können künftig über die Internetseite der ZLT gebucht werden. "Diese Idee ist ebenso nahe liegend wie genial", sagt Geschäftsführer Thomas Brandt von ZLT. "Wir sind bereits dabei, dieses Konzept umzusetzen. Etwas skeptisch bin ich, ob die Winternutzung realisiert wird." Zwischen November und März findet die jährliche Wartung statt, die sechs bis acht Wochen in Anspruch nimmt; danach steht das Luftschiff zwei Monate im Hangar. Die Nachwuchsberater möchten den fliegenden Riesen zum Beispiel nach Marbella in Spanien schicken, wo er für Rundflüge eingesetzt werden soll. Das Team kooperierte eng mit dem Auftraggeber, bis es sich schließlich auf mögliche Touristikmodelle konzentrierte und die beiden neuen Geschäftsideen kalkuliert hat. 2003 hat die private Zeppelin University die staatliche Anerkennung als Universität Baden-Württembergs erhalten. Telefon: 07541-6009-1191, Fax -1199, E-Mail-Adresse: presse@zeppelin-university.de

VERKEHR: Vorderachsen malträtieren

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt haben in Kooperation mit dem Verband der Automobilindustrie und LKW-Herstellern jetzt ein Verfahren gefunden, mit dem sich feststellen lässt, wann und wie LKWs durch falsches Fahren Schaden nehmen. Konkret geht es um die Entwicklung und Definition eines Missbrauchsereignisses für Vorderachsen, zum Beispiel dann, wenn ein Lastwagen mit 50 Stundenkilometern über eine Bordsteinkante brettert. Basierend auf der Analyse von bereits vorhandenen Daten und von Versuchen wurde ein rechteckiges Hindernis mit der Höhe von 150 Millimetern als geeignet befunden. Geradeausfahrt über dieses Hindernis mit einer konstanten Geschwindigkeit von 50 km/h stellt offensichtlich einen Missbrauch dar und erzeugt hohe Belastungsspitzen an der Vorderachse in vertikaler und horizontaler Richtung. Im Rahmen des Projektes "Development and Definition of Misuse Events", welches vom Verband der Automobilindustrie VDA geleitet wurde, wurden deshalb Begrifflichkeiten zur Beschreibung von Missbrauch entwickelt. Bei Fragestellungen zur Lebensdauer von schweren Lastkraftwagen spielt die Kenntnis der auftretenden Lasten für die Entwicklung und Prüfung der Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Die bestehenden Prüfstrecken der verschiedenen Fahrzeughersteller decken im Betrieb nur auftretende Belastungsereignisse aus dem bestimmungsgemäßen Einsatz ab. Laut Dr. Thomas Bruder vom LBF sollten darüber hinaus selten auftretende, außergewöhnliche Belastungsereignisse, sogenannte Sonderereignisse, mitberücksichtigt werden, weil diese zu einer Lebensdauerverringerung führen können. Über die Sonderereignisse und eine sich anschließende "Grauzone" hinaus, können Missbrauchsereignisse mit extremer Belastung auftreten. Dies sind unfallähnliche Ereignisse, die üblicherweise nicht in der Entwicklung und Auslegung berücksichtigt werden. Sechs europäische LKW-Hersteller - DAF, DaimlerChrysler, IVECO, MAN, SCANIA, Volvo Truck Corporation - sowie das Fraunhofer- LBF als wissenschaftlicher Partner und ausführender Koordinator wirkten beim Projekt mit. Tel. 06151-705-285, Fax -214, E-Mail: thomas.bruder@lbf.fraunhofer.de - Internet: http://www.lbf.fraunhofer.de

VERKEHR: Fahrzeuge unter die Erde bringen

Den europäischen Tunnelbau nachhaltig modernisieren will das groß angelegte EU-Forschungsprojekt TunConstruct (Technology Innovation in Underground Constructions). Es entwickelt Methoden, um Tunnel kostengünstiger, sicherer und qualitativ hochwertiger zu bauen. Mit einer Förderungssumme von 14 Millionen Euro handelt es sich um das bisher größte Verbundforschungsprojekt der EU im Bauwesen. Allein an die Fakultät für Bauingenieurwesen der Ruhr-Universität Bochum fließen 4,6 Millionen Euro für die Koordination des Bereichs "Design of Underground Structures" durch den Lehrstuhl für Statik und Dynamik. Die Bochumer waren bereits in der Vergangenheit mit Konzepten an die Öffentlichkeit getreten, wie man es schaffen könnte, neue und staufreie Verkehrswege ohne zusätzlichen Raumbedarf zu schaffen (WWP berichtete). In den nächsten 20 Jahren wird die europäische Gesellschaft zunehmend mit infrastrukturellen Problemen konfrontiert: ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, zunehmende Urbanisation, Mangel an Raum und stetig steigende Umweltverschmutzung, besonders der Luft und des Wassers. Um diesen Problemen zu begegnen und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern, sowie die Konkurrenzfähigkeit europäischer Städte auf dem Weltmarkt erhalten zu können, wird der Raum unter der Erde immer wichtiger und Tunnel werden zu den Haupttransportwegen der Zukunft. "Bei dem Projekt handelt es sich um eine bisher einmalige Konzentration fast der gesamten europäischen, im Bau unterirdischer Infrastruktur tätigen Bau- und Maschinenbauindustrie und der bedeutendsten europäischen Experten im Bereich unterirdischen Bauens", so Prof. Dr. Günther Meschke vom Lehrstuhl für Statik und Dynamik. Beim Forschungsprojekt sollen simulations- und wissensbasierte Instrumente zur optimalen Tunnelplanung, innovative Vortriebs- und Maschinentechniken, umweltfreundliche und leistungsfähige Materialien und neue Technologien zur Vorerkundung entwickelt werden. Um die Expertise und die Ressourcen aller Partner bereitstellen zu können, soll eine Internet-Plattform (Underground Construction Integrated Platform) entwickelt werden. Tel. 0234-32-29051, Fax -141149, E-Mail: sd@rub.de - Internet: http://www.sd.ruhr-uni-bochum.de

INFRASTRUKTUR: Verkehrsadern ziehen Aktivitäten an

Autobahn-Anschluss-Stellen haben eine hohe Anziehungskraft für Siedlungsentwicklungen wie Gewerbe und Wohnen, die Flächeninanspruchnahme ist in diesen Bereichen erheblich höher. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR Dresden), das dazu die Entwicklung und Umweltwirkung des deutschen Autobahnnetzes von 1935 bis 2000 untersucht hat. Dazu wurde der Verlauf und das Fertigstellungsdatum jedes der rund 2.000 Autobahnabschnitte erfasst. Aus diesen Geodaten und unter Nutzung des Flächennutzungsdatensatzes CLC2000 wurden verschiedene räumliche Indikatoren berechnet. Dazu gehören die Entwicklung der Erreichbarkeit des Autobahnnetzes sowie die spezifische Flächennutzung um die Trassen. Das Ergebnis ist klar: Autobahn-Anschluss-Stellen üben eine hohe Anziehungskraft aus. Dies konnte durch den Vergleich des Anteils bebauter Fläche um Anschluss-Stellen mit bundesdeutschen Durchschnittswerten nachgewiesen werden. So ist der Anteil von Siedlungsflächen im Umfeld der Anschlüsse um den Faktor 7, bei Flächen mit Wohnbebauung um das Dreifache höher als im bundesweiten Durchschnitt. Den positiven Aspekten eines dichten Autobahnnetzes steht eine Reihe bedenklicher Umweltwirkungen gegenüber. Durch das Autobahnnetz sind über 10.000 Quadratkilometer der Bundesfläche stark verlärmt, und die Zerschneidungswirkung der Autobahn ist durch Wildfangzäune, Lärmschutzwände, Leitplanken, ihre Breite und Verkehrsdichte besonders stark. Bis 2015 sind zudem weitere 1.730 km Autobahn in Deutschland geplant, zusätzlich entstehen transeuropäische Verkehrskorridore. Deutschland hat weltweit das dichteste Autobahnnetz. Mit einer Gesamtlänge von rund 12.000 km ist es nach den USA das zweitlängste der Welt. Angesichts der Umweltauswirkungen und des mit 93 h pro Tag (2003) zu hohen Flächenverbrauchs in Deutschland sind Grundlagendaten für eine verbesserte Planung notwendig. Die Arbeiten des IÖR sollen sie ermöglichen. Tel. 0351-4679-254, E-Mail: g.meinel@ioer.de - Internet: http://map.ioer.de/website/autobahn/index.htm

VERKEHR: Alternativ-Routen vorschlagen

Das Berliner Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST zeigt auf der Internationalen Funkausstellung (IFA; Berlin, diese Woche) sein in Kooperation mit Samsung entwickeltes dynamisches Navigationssystem Dynas. Dieses System reagiert auf Behinderungen oder Staus und verändert die geplante Route nach den aktuellen Verkehrsmeldungen. Wie ein solches System funktionieren kann, wird am Beispiel des Verkehrsraumes Berlin demonstriert. Herkömmliche Navigationssysteme berechnen den schnellsten oder kürzesten Weg zu einem bestimmten Zielort. Sie sind jedoch nicht in der Lage, spontan auf Beeinträchtigungen der Strecke zu reagieren. Dynas dagegen macht Autofahrer flexibel: Ereignet sich beispielsweise auf der geplanten Wegstrecke ein Unfall, der den Verkehr beeinträchtigt oder -behindert, reagiert das System sofort und schlägt eine Alternativroute vor. Dynas besteht aus einem PDA-artigen mobilen Endgerät, das ständig aktuelle Verkehrsdaten von Polizei oder der Verkehrsmanagement-Zentrale über Digital Multimedia Broadcasting (DMB) empfängt. Samsung entwickelte das mobile Endgerät und die Hardware, um den DMB-Standard für mobile Endgeräte anzupassen. Die Anwendung des Systems auf den Verkehr, besonders das dynamische Routing, wurde bei FIRST entwickelt. Eine Simulationssoftware verarbeitet die Informationen und aktualisiert das Routing. Die vollständige Information, die Daten über Unfälle und Verkehrsstaus enthält, wird dann über DMB im TPEG-Standard an die mobilen Endgeräte gesendet. TPEG steht für Transport Protocoll Experts Group. Für die kommenden Jahre werden erste Endgeräte im Markt erwartet, die sowohl Broadcast- als auch Mobilfunktechnologien integrieren. Parallel zeichnet sich eine Konvergenz der Kommunikationsprotokolle und Übertragungsstandards UMTS, WLAN, T-DAB/TDMB und DVB-H ab. IFA 2005, Technisch-Wissenschaftliches Forum TWF, Halle 5.3. Tel. 030-6392-1814, Fax –1805, E-Mail: mitra.motakef-tratar@first.fraunhofer.de

+++

Einmal "schnuppern" können Sie auf jeden Fall. Aber: Der Zugriff auf alle Ausgaben und weitere Inhalte ist rückwirkend ab dem Jahr 2000 bis zur je aktuellen Ausgabe mit einer kleinen Gebühr behaftet. Für nur € 3,00 erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff für 14 Tage. Darin sind also jeweils zwei neue Ausgaben vom Newsletter enthalten, plus Zugriff auf ältere Ausgaben (zurück bis 01/2000). Für meine Abrechnungen habe ich mich für FIRSTGATE click&buy™ entschieden. Sollten Sie noch nicht Mitglied sein, wird Ihnen durch das Klicken zu den kostenpflichtigen Ausgaben eine Beschreibung und Registrierungsmöglichkeit angezeigt ... alles noch unverbindlich!

Sobald Sie für einen Zeitraum freigeschaltet sind, können Sie über diese Seite bzw. dem Link "kostenpflichtige Ausgaben" während dieser Zeit jederzeit mit Ihrem Login und Passwort zu dem Angebot gelangen.

Der redaktionelle Inhalt unterliegt dem Urheberrechtsschutz. Die elektronische Nutzung und Weiterverarbeitung des Inhalts ist nur den Abonnenten und Nutzern des Firstgate-Angebots gestattet, und zwar mit Hinweis auf die Quelle WWP.