Nachrichten aus Forschung, Technologie und Entwicklung
Der Informationsdienst "Wissenschaft - Wirtschaft - Politik" (WWP) berichtet kontinuierlich über interessante Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Forschung, Technologie, Entwicklung und Markt. WWP ermöglicht damit, was Politiker und Wissenschaftler immer wieder fordern: den Blick über den Tellerrand. Wenn Sie nicht nur Ihre eigene Disziplin im Blick haben, sondern auch links und rechts des Weges schauen wollen: Mit WWP sind Sie dabei. Ob Medizin und Technik sich zu Medizintechnik verbinden, Biologie und Ingenieurwissenschaften zu Biosensorik, Informationstechnik und Pädagogik zu E-Learning, Werkstoffwissenschaften und Umwelt zu Umwelttechnik, oder ob es darum geht neue Moleküle zu designen, Infrastruktur für Verkehr zu verbessern, die Sonnenenergie für die Dritte Welt zu nutzen, oder Geothermie an den Markt zu bringen: WWP informiert Sie, jede Woche aktuell. Hinzu kommen Hinweise auf wichtige Wissenschaftspreise und Stipendien. Testweise gibt es WWP einmal frei - als PDF-Datei. 
Klicken Sie hier auf Anforderung. Die aktuellen Themen der Ausgabe 25_2012 (18. Juni):

MEDIZIN: Erkrankungen am Herzen schonend diagnostizieren

Computertomografische Bilder liefern zuverlässige Daten, um die globale Pumpfunktion des Herzens bewerten zu können. Das zeigt eine interdisziplinäre Studie von Radiologen und Kardiologen der Charité - Universitätsmedizin in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena ...

Amokläufer-Zellen erhalten Befehl zum Selbstmord

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Bonn um Prof. Dr. med. Christian Kurts, Leiter des Instituts für Experimentelle Immunologie, haben jetzt einen Weg gefunden, wie sich Abwehrzellen aktivieren lassen, die die Amok laufenden Immunzellen in den Selbstmord treiben ...

Protonen-Rennen in der Zelle simuliert

Jülicher und Linzer Wissenschaftler haben mit experimentellen Untersuchungen und Computersimulationen in einem vereinfachten Modell jetzt wichtige Erkenntnisse über die Transportprozesse von Protonen an den Membranwänden biologischer Zellen gewonnen ...

Wie viele Zellen verträgt unser Blut?

Forscher der Universität Jena um Prof. Dr. Stefan Schuster und Dr. Heiko Stark vom Lehrstuhl für Bioinformatik berechnen mit Einsteins Gleichung zur Viskosität von Flüssigkeiten den optimalen Hämatokritwert des Blutes ...

STRÖMUNG: Wie schnell sind die Partikel unterwegs?

Wissenschaftler der TU Darmstadt um Prof. Dr.-Ing. Cameron Tropea, Direktor des Center of Smart Interfaces, haben ein neues Verfahren entwickelt, um die Größe und Geschwindigkeit von Tropfen und Partikeln in einer Strömung zu messen ...

KÜSTENSCHUTZ: kostengünstige Deiche aus Baggergut

Für Deichbauten entlang der Ostseeküste könnte künftig Baggergut aus Flüssen und Bodden verwendet werden. Das würde im Deichbau enorme Kosten sparen ...

INTERNET: über Banken das Maul zerreißen?

Forscher am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig um Prof. Dr. Ansgar Zerfaß haben in einer internationalen Benchmark-Studie die Social-Media-Aktivitäten der Finanzkommunikatoren und Investor-Relations-Verantwortlichen von 190 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich und Japan untersucht ...

Trends im Business Process Management

Die Integration von Prozessmanagement und IT-Systemen, Business Intelligence und Compliance - das sind die Themen, die die Unternehmen aktuell im Bereich des betrieblichen Prozessmanagements am meisten bewegen ...

Konstruktionsfehler schnell beheben

Dipl.-Inf. Katja Losemann und Prof. Dr. Wim Martens vom Fachbereich Theoretische Informatik der Universität Bayreuth haben ein Verfahren vorgestellt, mit dem die Abfragesprache SPARQL beschleunigt werden könnte ...

INFORMATIONSTECHNIK: schaltbare Magneten im Nano-Format

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) um Prof. Dr. Richard Berndt vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik sind der "moleku-laren Speicherzelle" einen großen Schritt näher gekommen ...

KOMMENTAR: Nehmt das Leben mit Humor!

Wer hätte das gedacht: Charakterstärken trainieren macht glücklich. Dies ist das Ergebnis einer breit angelegten Studie eines Psychologenteams der Universität Zürich. Erstmals wurde darin nachgewie-sen, dass ein solches Training wirkt. Den größten Effekt zeigte dabei das Trainieren der Stärken "Neugier", "Dankbarkeit", "Optimismus", "Humor" und "Enthusiasmus".

Charakterstärken definieren sich als moralisch positiv bewertete Eigenschaften. Dass sie auf positive Weise mit Lebenszufriedenheit in Beziehung stehen, wurde bereits in vielen Studien gezeigt. Dass sie sich aber ursächlich auf die Lebenszufriedenheit auswirken und dass ihr Training eine Steigerung des Wohlbefindens zur Folge hat, haben Willibald Ruch, René T. Proyer und Claudia Buschor vom Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik der Universität Zürich jetzt erstmals nachgewiesen. Für ihre aktuelle Studie hat das Forscherteam 178 Erwachsene nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt: Während die eine Gruppe über einen Zeitraum von zehn Wochen die Stärken "Neugier", "Dankbarkeit", "Optimismus", "Hu-mor" und "Enthusiasmus" trainiert hat, hatte die andere Gruppe mit den Stärken "Sinn für das Schöne", "Kreativität", "Freundlichkeit", "Liebe zum Lernen" und "Weitsicht" gearbeitet. Die dritte Gruppe fungierte als Kontrollgruppe und hatte keine Übungen durchgeführt. Drei Hauptergebnisse konnten die Autoren der Studie festhalten: Ein bedeutsamer Anstieg der Lebenszufriedenheit im Vergleich mit der Kontrollgruppe fand sich vor allem bei der Gruppe, die Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus trainiert hat. Im Vergleich zu vor dem Trainingsbeginn profitierten aber beide Gruppen von den Stärkentrainings. "Wer die einen oder anderen Stärken trainiert hatte, berichtete von gesteigertem Wohlbefinden", zieht Willibald Ruch, Professor für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik, Bilanz. "Dies äußerte sich beispielsweise darin, dass diese Teilnehmenden heiterer oder häufiger positiver Stimmung waren." Als dritte Erkenntnis zeigte sich, dass vor allem jene Personen von den Trainings profitiert haben, die im Verlauf der Trainingszeit sowohl ihre Handlungen und Gefühle besser steuern lernten, als auch mehr Enthusiasmus entwickelt hatten. Das können Sie nicht nachmachen? Doch, ganz einfach: Die Übungen waren Aktivitäten, welche die Probanden einfach in ihren Alltag integrieren konnten. Dankbarkeit übten sie beispielsweise, indem sie ein Dankesschreiben an eine Person verfassten, die im eigenen Leben eine wichtige Rolle gespielt hat. Den Sinn für das Schöne konnten sie dadurch entwickeln, dass sie nach Schönem Ausschau hielten. Die hier wirkende "Positive Psychologie" konzentriert sich eben auf Themen, die von der Psychologie lange Zeit vernachlässigt wurden, eigenartig. Egal: Wir Menschen wollen belohnt werden - trainieren wir es! 

Copyright © Ulrich Schmitz, Wissenschaftsjournalist, Bonn