Nachrichten aus Forschung, Technologie und Entwicklung
Wirtschaft – Politik“ (WWP) ist ein
wöchentlicher Informationsdienst mit Tradition: Im 40. Jahrgang berichtet er
kontinuierlich über interessante Entwicklungen an der
Schnittstelle zwischen Forschung, Technologie, Entwicklung und Markt. WWP
ermöglicht damit, was Politiker und Wissenschaftler immer wieder fordern: den
Blick über den Tellerrand. Wenn Sie nicht nur Ihre eigene Disziplin im Blick
haben, sondern
auch links und rechts des Weges schauen
wollen: Mit WWP sind Sie dabei. Ob Medizin und Technik sich zu Medizintechnik
verbinden, Biologie und
Ingenieurwissenschaften zu
Biosensorik, Informationstechnik und Pädagogik zu E-Learning,
Werkstoffwissenschaften und Umwelt zu Umwelttechnik, oder ob es darum geht neue
Moleküle zu designen, Infrastruktur für Verkehr zu verbessern, die Sonnenenergie
für die Dritte Welt zu nutzen, oder Geothermie an den Markt zu bringen: WWP
informiert Sie, jede Woche aktuell. Hinzu kommen Hinweise auf wichtige
Wissenschaftspreise und Stipendien. Testweise gibt es WWP einmal frei - als
PDF-Datei. Klicken Sie hier auf Anforderung. Die aktuellen Themen der Ausgabe
29_2010:
Physiker aus Würzburg haben zum einen organische Moleküle auch ohne extreme Umgebungsbedingungen bei sinkenden Temperaturen zum Verflüssigen gebracht; zum anderen ist ihnen dies in einem zweidimensionalen System gelungen ...
Eine Gruppe um Prof. Wolfgang Broll und Georg Hackenberg vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationssysteme FIT, St. Augustin, hat einen Prototypen einer berührungslosen 3D-Multi-Touch-Umgebung vorgestellt ...
Ein Team um Prof. Dr.-Ing. Michael Gerke von der FernUniversität Hagen hat einen "Blimp" entwickelt, ein Roboter-Luftschiff, das prädestiniert ist, Löscharbeiten aus der Luft zu koordinieren ...
Eine Gruppe um Dr. rer. nat. Marc Entenmann vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, IPA Stuttgart, hat jetzt UV-härtende Automobilklarlacke der neuen Generation vorgestellt ...
Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) um Prof. Dr. Claudia Felser und Dr. Thomas Gruhn vom Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie ist ein wichtiger Durchbruch bei der Suche nach effizienteren Dünnfilm-Solarzellen gelungen ...
Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, IML Dortmund, haben die neue Software "UNIT repac" entwickelt - reduced packaging assortment costs. Mit ihr optimierte Verpackungen sollen Lkw-Transporte reduzieren helfen ...
Strauße beflügeln jetzt die Debatte über das Fortbewegungsverhalten von Dinosauriern - und vielleicht von Robotern. Bislang als Überbleibsel der Entwicklungsgeschichte betrachtet, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass die befiederten Vordergliedmaßen dem Strauß als raffinierte Steuerorgane und Bremshilfen dienen ...
Prof. Dr. Ulrich Alfons Müller, Leiter des Fachbereiches Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen an der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Jena, kommt nach Auswertungen neuerer Studien zu dem Schluss, dass der "Gefäßkiller Cholesterin" eine Mär ist ...
Wie die vom Max Rubner-Institut (MRI Karlsruhe) durchgeführte Nationale Verzehrsstudie II zeigt, nehmen die Menschen in Deutschland mit dem, was sie essen, von fast allen Vitaminen im Normalfall ausreichende Mengen auf ...
Eine bundesweite Studie des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) an der Privaten Universität Witten/Herdecke kommt zu dem Ergebnis, dass jedes dritte langlebige Familienunternehmen in Deutschland gemeinsam von Eigentümern und familienexternen Managern geführt wird ...
Die dringend notwendige Reform des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) kann nur gelingen, wenn die Verengung auf die Staatsfinanzen durch einen neuen methodischen Ansatz abgelöst wird - sagen Wissenschaftler der Hans-Böckler-Stiftung ...
Anlässlich der letzte Woche im Kabinett verabschiedeten Fortführung der Hightech-Strategie bekräftigt der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie die Forderung nach einer steuerlichen Forschungsförderung. Die Hightech-Strategie ziele auf Innovationen für die Leitmärkte der Zukunft und sei die richtige Antwort auf die wirtschafts- und finanzpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre. Allerdings müsse die Bundesregierung auch den Wettbewerbsnachteil für die deutsche Industrie gegenüber anderen europäischen Staaten beseitigen, die eine umfassende steuerliche Forschungsförderung haben.
Eine absolut berechtigte Forderung. Denn anders als bei den europäischen Nachbarn fehlt in Deutschland ein Anreizsystem für Investitionen in innovative Technologie. Dabei stehen wir auf diesem Feld weit vorne - obwohl uns das Anreizsystem fehlt. Wie viel weiter könnten wir sein, wenn es eine steuerliche Forschungsförderung gäbe? Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ersuchen Bundestag und Bundesregierung seit längerem, die steuerliche Forschungsförderung in Deutschland unverzüglich einzuführen. Folgende Eckpunkte seien dabei zu beachten: Eine steuerliche FuE-Förderung muss auf Dauer angelegt sowie verlässlich und unbürokratisch ausgestaltet sein. Die steuerliche Forschungsförderung sollte im Rahmen der Veranlagung zur Körperschaft- oder Einkommensteuer als Steuergutschrift (tax credit) gewährt werden. Durch den tax credit sollten mindestens zehn Prozent des gesamten unternehmerischen FuE-Aufwandes von der Steuerschuld abgezogen werden. Zum FuE-Aufwand, definiert durch das Frascati-Handbuch der OECD, gehören sowohl Personal- und Sachaufwendungen als auch die Kosten für Forschungsaufträge des auftraggebenden Unternehmens. Falls keine Steuerschuld vorliegt (bei start-ups etc.), sollte der tax credit ausgezahlt werden. Die steuerliche Forschungsförderung muss schon mit Blick auf den Standort-Wettbewerb Unternehmen aller Größenklassen gewährt werden und darf sich nicht auf kleine und mittelständige Unternehmen beschränken. Und: Die steuerliche Forschungsförderung muss zusätzlich zu den Instrumenten der Projektförderung und nicht auf deren Kosten eingeführt werden. Das 3-Prozent-Ziel (3 Prozent vom BIP für FuE) mit der Verantwortung des Staates für 1/3 (1 Prozent des BIP) muss auch bei schwächerem oder rückläufigem Wachstum Anreiz für Staat und Wirtschaft sein, ihre Investitionen in FuE zu steigern. Es ist höchste Zeit für die Politik.
Copyright © Ulrich Schmitz, Wissenschaftsjournalist, Bonn